Spalt-Schmerz-Report

Frau sein tut mehr weh. Das zeigt der aktuelle Spalt-Schmerz-Report. Im Auftrag von Pfizer Consumer Healthcare, dem Hersteller der Spalt-Schmerzmittel, befragte das Marktforschungsinstitut TNS Healthcare im Juni 2008 1.500 Personen in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. 91 % der Frauen litten in den vergangenen zwölf Monaten unter Schmerzen, bei den Männern waren es 84 %. Die betroffenen Frauen verbergen ihren Schmerz häufiger als Männer. Auch andere Untersuchungen zeigen: Frauen brauchen häufiger Schmerzmittel als Männer.

Frauen leiden häufiger unter Schmerzen als Männer. So haben Frauen mehr Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen (70 vs. 57 %), häufiger Kopfschmerzen (44 vs. 35 %) und Migräneschmerzen (19 vs. 10 %). Bei 22 % der Frauen und 14 % der Männer ist Arthrose der Schmerzverursacher, 11% der weiblichen und 8 % der männlichen Befragten leiden unter Schmerzen infolge von rheumatischen Erkrankungen. Nur Muskel- und Gelenkschmerzen betreffen beide Geschlechter gleich häufig. Bei Zahnschmerzen hingegen liegen die Männer mit 20 % etwas vor den Frauen (17 %). Insgesamt hatten 91 % der Frauen, aber nur 84 % der Männer in den vergangenen zwölf Monaten Schmerzen.

Schmerzen: Frauen leiden mehr und leiser

Warum haben Frauen häufiger und mehr Schmerzen?

„Genetische, hormonelle und soziale Faktoren bewirken die Geschlechtsunterschiede beim Schmerz“, lautet die Aussage der International Association for the Study of Pain (IASP). Wobei die exakten Hintergründe wissenschaftlich noch erforscht werden. Frauen erlebten häufiger als Männer immer wiederkehrenden, starken und länger andauernden Schmerz und ihre Schmerzempfindlichkeit sei höher, so die IASP. Eine Tatsache, die auch Dr. Birgit Zöller bestätigt „Ich stelle es täglich in meiner Praxis fest“, so die Schmerzexpertin und Fachärztin für Anästhesie aus Heidelberg, „Männer und Frauen haben ein anderes Schmerzempfinden.“ Ursachen dafür scheinen Unterschiede im Hormonhaushalt und im Nervensystem zu sein. So kann das weibliche Hormon Östrogen den natürlichen Schmerzschutz des Körpers bei Stress unterdrücken. Auch die hormonellen Veränderungen während Menstruationszyklus oder Schwangerschaft beeinflussen das Schmerzempfinden. Veränderungen im Östrogenspiegel wirken sich aus auf die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn. Der sinkende Östrogenspiegel verringert z.B. den Serotoninspiegel. Es scheint, dass dadurch schmerzhemmende Effekte an Rezeptoren verhindert und Kopfschmerzen begünstigt werden. Zudem ist die Schmerzhemmung in den absteigenden Nervenbahnen bei Männern und Frauen verschieden. Hierbei handelt es sich um den körpereigenen Verteidigungsmechanismus gegen Schmerzen.

Klagen oder zurückziehen?

Bei der Frage: „Wie verhalten Sie sich üblicherweise, wenn Sie Schmerzen haben?“, werden geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit dem Schmerz sichtbar: 48 % der Frauen verbergen den Schmerz und ziehen sich eher zurück, bei den Männern sind es nur 42 %. Über die Hälfte der Männer teilt dem Partner oder den Mitmenschen mit, dass sie Schmerzen haben, während dies nur 49 % der befragten Frauen tun. Interessant ist, dass dieser Verhaltensunterschied auch vom Alter abhängig ist. So teilen sich Jüngere bei Schmerzen eher mit, Ältere hingegen neigen zum Rückzug.

Wichtig: Schmerzen nicht aushalten

Männer leben eher nach dem Motto: Indianer kennt keinen Schmerz. Fast ein Drittel der Männer (30 %), aber nur 17 % der Frauen nehmen nie Schmerzmittel ein. Das ist aus ärztlicher Sicht unklug. „Bei starken und häufig wiederkehrenden Schmerzen sofort den Arzt aufsuchen“, empfiehlt Dr. Birgit Zöller. Die Schmerzexpertin rät davon ab, abzuwarten und den Schmerz zu ertragen. Denn wird er Schmerz nicht effektiv gelindert, kann er sich verfestigen: Durch den andauernden Schmerz verändern sich bestimmte Nervenzellen. Sie melden dann dem Gehirn ohne Anlass Schmerzsignale. Egal, ob Migräne, Kopfschmerz oder Arthroseschmerz – für jeden Schmerz gibt es ein wirksames Medikament.