Fragen zum Thema Kopfschmerz

Sind Kopfschmerzen heilbar?

Ja, wenn es sich um sekundäre Kopfschmerzen handelt, bei denen die Kopfschmerzen nur ein Symptom einer anderen Krankheit sind. Voraussetzung ist, dass die Grundkrankheit heilbar ist. Ist die Grundkrankheit erfolgreich therapiert, bekommen Sie auch keine Kopfschmerzen mehr.
Nein, wenn es sich um primäre Kopfschmerzen handelt, bei denen die Kopfschmerzen ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen. Es handelt sich bei diesen Kopfschmerzen um Fehlfunktionen von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn. Diese Fehlfunktionen und ihre Ursache werden bis heute noch nicht verstanden und somit konnte auch noch keine Methode entwickelt werden, um sie zu heilen.
Sie können jedoch einiges tun, um ihre Kopfschmerzen zu lindern und die Anzahl der zu Schmerzattacken verringern.

Sollte man bei Kopfschmerzen immer den Arzt aufsuchen?

Es wäre sicher ratsam, wenn Sie zumindest einmal Ihr Kopfschmerzproblem mit Ihrem Hausarzt besprochen haben. Sie sollten aber unbedingt Ihren Arzt darüber informieren, wenn Sie erst seit kurzem unter Kopfschmerzen leiden oder sich Ihre Kopfschmerzen verändert haben, z. B. wenn sie stärker geworden sind, länger dauern oder öfter auftreten. Gehen Sie auf alle Fälle zu Ihrem Arzt, wenn sich die Art der Schmerzen verändert.

Kann ich meine Kopfschmerzen selbst behandeln?

Wenn Sie unter akuten Kopfschmerzen leiden, können Sie sie im Prinzip selbst behandeln. Vorher sollten Sie aber zumindest einmal mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen und eine Diagnose stellen lassen. Informieren Sie sich dann möglichst genau über Ursachen, Auslöser und Anfallsvermeidung. Sollte es dann doch noch zu einem Anfall kommen, stehen Ihnen verschiedene Medikamente im Rahmen der Selbstmedikation zur Verfügung.

Kann ich durch meine Ernährung die Kopfschmerzen beeinflussen?

Es gibt Nahrungsmittel, von denen man weiß, dass sie Kopfschmerzen auslösen oder verstärken können. An erster Stelle sei hier der Alkohol genannt. Aber auch Geschmacksverstärker, die man besonders in chinesischem Essen findet, oder Nitrit und Nitrat in gepökelten Lebensmitteln sind als Trigger bekannt. Sogar Schokolade löst bei einigen Menschen Kopfschmerzen aus.
Ob Nahrungsmittel bei Ihnen Kopfschmerzen auslösen können und wenn ja welche, erfahren Sie am besten, indem Sie ein Kopfschmerztagebuch führen. Tragen Sie dort genau ein, was Sie an den Tagen vor Ihrem Anfall gegessen und getrunken haben. Führen Sie aber auch genau Buch über Ihre Tätigkeiten, Ihren Schlaf -wach -Rhythmus und so weiter. Denn in vielen Fällen haben Nahrungsmittel gar keinen Einfluss auf das Kopfschmerzgeschehen.

Welche Medikamente kann ich selbst gegen Kopfschmerzen anwenden?

Die wichtigsten Arzneimittel im Rahmen der Selbstmedikation sind die sog. kleinen Analgetika. Das sind Schmerzmittel, die alle über einen ähnlichen Wirkmechanismus verfügen. Ihre Eigenschaften sind Schmerzlinderung, Fiebersenkung und Entzündungshemmung (Ausnahme: Paracetamol). Diese Eigenschaften sind bei den einzelnen Wirkstoffen unterschiedlich stark ausgeprägt, ähnlich die Verträglichkeiten.
Starke Schmerzen, die auch durch die angegebenen Höchstdosen dieser Medikamente nicht zu beeinflussen sind, gehören unbedingt in die Hand Ihres Arztes.

Ich arbeite am PC. Kann das der Grund für meine Kopfschmerzen sein?

Angestrengtes Starren auf einen Bildschirm kann durchaus Auslöser für Kopfschmerz sein. Insbesondere alte Bildschirme, die stärker flackern und höhere Strahlenwerte haben, kommen hier in Betracht.
Überprüfen Sie aber auch Ihre Haltung. Oft kommen die Schmerzen durch Haltungsfehler und die daraus resultierenden Muskelverspannungen zustande. Haben Sie viel Stress während Ihrer Bildschirmarbeit? Auch das kann der Auslöser für Ihre Kopfschmerzen sein. Um die genaue Ursache zu ergründen sollten Sie ein Kopfschmerztagebuch führen, in dem neben den genauen Angaben zu Ihrer Arbeit auch andere Punkte, wie z.B. Essen und Trinken erfasst sind.

Ist Kopfschmerz eine Zivilisationskrankheit?

Der Kopfschmerz ist wahrscheinlich schon so alt wie die Menschheit. In vielen Kulturen überall auf der Welt findet man Hinweise auf die Krankheit und deren Behandlung.
So fand man Jahrtausende alte Papyrusrollen der Babylonier, auf denen über Menschen mit einseitigen Kopfschmerzen berichtet wird. Man bohrte ihnen damals zur Therapie den Schädel auf.
Als typische Zivilisationskrankheit, für die man gerne unser modernes Leben und die zunehmende Umweltverschmutzung verantwortlich macht, kann man Kopfschmerz nicht bezeichnen.

Warum kommen meine Kopfschmerzen immer am Wochenende?

Das kommt recht häufig vor. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um Spannungskopfschmerzen, sondern um „Entspannungskopfschmerzen“. Meist stehen Menschen, die darunter leiden, während der Woche unter starkem Stress. Das Gehirn lauft auf Hochtouren. Möglicherweise sind verschiedene Muskelgruppen verspannt. „Man steht unter Spannung“. Lässt die Spannung nach, ändern sich die Durchblutungsverhältnisse im Kopf und es kann zu Kopfschmerzen kommen.
Ein weiterer Grund ist die Häufung von möglichen Triggern zum Wochenende hin. Der Schlaf-wach-Rhythmus ist verändert. Man nimmt eventuell mehr Alkohol und Zigaretten zu sich. Man schaut lange fern oder geht aus. Der Kaffee und somit die übliche Koffeindosis wird durch das lange Ausschlafen um einige Stunden verschoben.
Um diesen Wochenendkopfschmerz zu vermeiden, bleibt einem leider nur übrig, das Wochenende im gleichen Rhythmus wie die Woche zu verbringen. Stehen Sie zur gewohnten Zeit auf. Nehmen Sie sich etwas vor. Vermeiden Sie zu spätes Essen und übermäßigen Alkoholgenuss. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, um Ihre Trigger kennen zu lernen und sie dann gezielt zu vermeiden. Sollten die Kopfschmerzen dennoch eintreten, nehmen Sie Ihre Medikamente am besten gleich bei den ersten Anzeichen.

Bei meinen Migräneanfällen ist mir immer so übel, dass ich kaum noch Medikamente einnehmen kann (ohne gleich darauf zu erbrechen). Was kann ich dagegen tun?

Übelkeit und Erbrechen sind leider häufige Begleiterscheinungen bei Migräneanfällen. Meist ist die gesamte Magen-Darm-Motorik, also die Bewegung des Magen-Darm-Traktes, die für den Weitertransport von Nahrung sorgt, verlangsamt.
Gegen Übelkeit gibt es spezielle Medikamente, die das „Brechzentrum“ im Gehirn dämpfen und gleichzeitig für eine Beschleunigung der Magenentleerung sorgen. Besprechen Sie diese Möglichkeit mit Ihrem Arzt.
Weiterhin gibt es aber auch Schmerzmittel in Darreichungsformen, die dieses Problem berücksichtigen.

Ich habe den Schmerz-Check gemacht, aber meine Kopfschmerzen passen zu keinem „Schmerztyp“.

Das kommt häufiger vor, als man gemeinhin annimmt. Viele Patienten „passen“ nicht richtig in eine der Kategorien. Sie leiden möglicherweise unter Kombinationskopfschmerz. Bei diesen Schmerztypen vermischen sich die Symptome von Migräne und Spannungskopfschmerz. Besprechen Sie aber bitte auch das Ergebnis mit Ihrem Arzt. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Kopfschmerzarten, die viel seltener sind. Aufgrund der großen Anzahl können sie jedoch an dieser Stelle nicht alle besprochen werden.

Ist Migräne oder Spannungskopfschmerz seelisch bedingt?

Man ist sich heute einig, dass Migräne kein psychisches Leiden ist. Gegenteilige Annahmen stammen meist aus älterer Zeit und sind Vorurteile. Daher ist bei Migräne eine Psychotherapie nicht angezeigt und auch nicht wirksam.
Jedoch kann die Stimmungslage und andere psychische Faktoren die Schmerzempfindung beeinflussen. Daher wird besonders der Spannungskopfschmerz durch die innere Einstellung beeinflusst. Bestimmte Gedanken können den Schmerz auslösen oder verschlimmern. Eine Therapie, die darauf ausgerichtet ist, diese Gedankenmuster zu unterbrechen, kann manchmal hilfreich sein.

Ich bin schwanger. Kann ich trotzdem meine Medikamente gegen Kopfschmerzen nehmen?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Es gibt Medikamente, die relativ ungefährlich sind, andere dürfen Sie auf keinen Fall anwenden. In jedem Fall besprechen Sie diese Frage zuerst mit Ihrem Hausarzt.

Sind Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, „Frauenkrankheiten“?

Es ist bekannt, dass etwa dreimal so viele Frauen unter Migräne leiden wie Männer. Das rührt möglicherweise daher, dass das weibliche Hormon Östrogen einen Einfluss auf die Migräne hat. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen wichtigen Trigger. Trotzdem können Männer, die auf andere Trigger reagieren, auch Migräne bekommen. Eine typische Krankheit von Frauen ist Migräne sicher nicht.
Bei Spannungskopfschmerzen ist das Verhältnis ausgewogen. Hier leiden genauso viele Männer unter der Krankheit wie Frauen. Es gibt auch einen etwas selteneren Kopfschmerztyp, den Clusterkopfschmerz, den vorwiegend Männer bekommen.

Können Kopfschmerzen auf gefährliche Krankheiten wie Hirnblutungen oder Hirntumore hinweisen?

Bei vielen Krankheiten, die den Kopf und das Gehirn betreffen, können Kopfschmerzen als ein Symptom auftreten. Trotzdem müssen Sie nicht gleich das Schlimmste annehmen, wenn Sie manchmal Kopfschmerzen haben. Nur bei sehr, sehr wenigen Kopfschmerzpatienten stecken gefährliche Krankheiten wie Tumore hinter den Schmerzen. Auch leiden solche Patienten meist auch noch an anderen Symptomen wie Schwindel, Sprach- oder Gedächtnisstörungen. Diese Symptome treten meist viel früher als die Kopfschmerzen auf und führen den Betroffenen zum Arzt.
Trotzdem sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Kopfschmerzen sprechen. Ganz besonders wichtig ist dies, wenn Sie erst seit kurzem unter häufigen Kopfschmerzen leiden oder sich die Art, Dauer oder Stärke Ihrer Kopfschmerzen geändert haben.

Ich habe Probleme, Tabletten zu schlucken. Welche Alternativen gibt es da?

Es gibt Brausetabletten zum Auflösen, Pulver oder Tabletten zum Kauen. Wenn Sie jedoch der unangenehme Geschmack stört, wäre eine Flüssigkapsel zu empfehlen. Sie sind besonders klein, geschmacksneutral und haben eine glatte Oberfläche.