Fragen zum gesunden Schlaf

Wie viel Schlaf braucht man im Durchschnitt?

Etwa 7 Stunden. Es gibt allerdings große individuelle Schwankungen. Außerdem verändert sich der Schlafbedarf im Laufe des Lebens: Neugeborene schlafen noch ca. 20 Stunden täglich, Erwachsene zwischen 6 und 9 Stunden. Menschen in der zweiten Lebenshälfte schlafen nachts häufig kürzer. Ob das Schlafbedürfnis insgesamt verringert ist oder ob es teilweise mit Nickerchen und Mittagsschlaf befriedigt wird, wissen die Schlafforscher noch nicht genau.

Ist ein Mittagsschlaf sinnvoll?

Wer gut schlafen kann und Zeit für ein Nickerchen am Mittag hat, dem sei es gegönnt. Menschen mit Einschlafstörungen sollten aber darauf verzichten. Schon wenige Minuten Mittagsschlaf oder das Dösen vorm Fernseher verringern den Schlafbedarf in der Nacht erheblich.

Stimmt es, dass der Schlaf vor Mitternacht der gesündeste ist?

Nein. Es stimmt zwar, dass wir wichtige Tiefschlafphasen im ersten Teil der Nacht erleben. Dabei ist es aber egal, ob man vor oder nach 24 Uhr einschläft.

Einschlafhilfen

Hilft Schäfchenzählen wirklich?

Eher nicht. Ursprünglich vertrat man die Meinung, dass man beim sogenannten „Schafe zählen“ sozusagen „vor Langeweile“ besser einschlafen könne. Schlafexperten raten aber heute eher davon ab, sich so intensiv auf das Einschlafen zu konzentrieren – denn das hält erst recht wach. Wer sich ganz unverkrampft ins Bett legt und vielleicht an etwas Schönes (wie den letzten Urlaub) denkt, schläft schneller ein. Die Frauenzeitschriften empfehlen häufig heiße Milch oder ein warmes Bad am Abend. Nützen solche Hausmittel? Auch hier sind die Experten zurückhaltend. Wem ein heißes Bad bei der Entspannung hilft, der soll sich natürlich nicht abhalten lassen. Wer sich allerdings vor lauter „Einschlafritualen“ schon Stunden vor dem zu Bett gehen Gedanken ums Einschlafen macht, hält das Sandmännchen erst recht auf Distanz.

Soll man im Bett fernsehen oder lesen, um besser einzuschlafen?

Klares Nein! Wer mit Schlafstörungen kämpft, der soll auch wirklich nur zum Schlafen ins Bett gehen. „Schlafhygiene“ nennen das die Schlafmediziner. Das bedeutet: Erst schlafen gehen, wenn man müde ist, und dann auch wirklich zum Schlafen.

Hilft es, abends etwas Alkohol zu trinken?

Nicht wirklich. Alkohol in Maßen kann zwar beim Einschlafen helfen, aber er stört den natürlichen Schlafrhythmus. Die Schlafqualität wird schlechter, d. h. man ist nach dem Schlaf weniger erholt. Außerdem führt Alkohol häufig zu Durchschlafstörungen, so dass man nachts zur Unzeit erwacht.

Schläft es sich leichter ein, wenn man vor dem zu Bett gehen noch Sport treibt?

Sport ist gesund und fast immer empfehlenswert. Wer allerdings schlecht einschläft, sollte seinen Bewegungsdrang bis etwa zwei Stunden vor dem zu Bett gehen ausleben. Wer seinen Kreislauf beim Sport noch mal richtig in Schwung bringt, schläft unmittelbar danach eventuell schwerer ein.

Welche Medikamente gibt es gegen Schlafstörungen?

In schweren Fällen kann der Arzt chemische Schlafmittel verschreiben, z. B: sogenannte Benzodiazepine. Solche Medikamente wirken sofort, aber sie erzwingen den Schlaf und verändern die natürlichen Schlafphasen. Sie dürfen daher auf keinen Fall über längere Zeiträume eingenommen werden. Einige chemische Schlafmittel sind auch ohne Rezept erhältlich, z. B. die Antihistaminika. Diese Medikamente sind ursprünglich Mittel gegen allergische Reaktionen wie Heuschnupfen. Ihre Eigenschaft als „Müdemacher“ ist eigentlich eine Nebenwirkung. Diese Mittel haben häufig weitere Nebenwirkungen. Außerdem gewöhnt sich der Körper sehr schnell an die Substanz, so dass die Dosis immer weiter erhöht werden muss, um einen Effekt zu erzielen. Auch diese Medikamente dürfen nur für kurze Zeit eingesetzt werden. Eine gute Alternative sind pflanzliche Mittel, wie z. B. Baldrian. Diese Arzneipflanze wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt, aber die Wirksamkeit ist wissenschaftlich bewiesen. Allerdings muss man bei Baldrianpräparaten auf eine ausreichend hohe Dosierung achten: Die Tagesdosis sollte bei etwa 3 Gramm Baldrianwurzel liegen. Das wird am besten mit hoch dosierten Dragees aus der Apotheke erreicht.

Fragen zu Baldrian

Darf man Baldrian auch über längere Zeit einnehmen?

Ja. Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln eignet sich Baldrian als natürliche Einschlafhilfe auch für eine langfristige Anwendung. Schlafstörungen, die sich nach zwei Wochen nicht bessern oder verschlimmern, sollten allerdings mit dem Arzt besprochen werden.

Wirkt Baldrian sofort?

Viele Patienten erleben schon nach der ersten Einnahme die einschlaffördernde Wirkung. In manchen klinischen Untersuchungen entfaltete sich die volle Wirkung des Baldrian aber auch erst nach ca. 14 Tagen, wie dies bei vielen pflanzlichen Arzneimitteln der Fall ist.

Kann man von Baldrian süchtig werden?

Nein. Baldrian hat kein Suchtpotenzial und macht auch bei längerfristiger Einnahme nicht abhängig.

Ist man am Tag nach der Einnahme wieder fit?

Ja. Am nächsten Tag spürt man keine ermüdenden Nachwirkungen des Baldrian und ist voll leistungsfähig.

Verträgt sich Baldrian auch mit anderen Medikamenten?

Ja. Es sind bisher keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Auch Menschen, die aufgrund einer chronischen Erkrankung ständig bestimmte Arzneimittel einnehmen müssen, können Baldrian-Dragees daher verwenden.

Hat Baldrian Nebenwirkungen?

Trotz der jahrzehntelangen Anwendung wurden bisher keine Nebenwirkungen festgestellt.